Von der Fragwürdigkeit von Remakes bekannter Filme und den Auswirkungen der Finanzkrise in Hollywood.
In meinem Regal steht ein dicker Wälzer mit dem Titel "Mach's noch einmal!".
Darin sind über 1'300 Filme aufgelistet, die mindestens ein Remake hinter sich haben.
Im Vorwort zu diesem Lexikon steht der treffende Satz:
"Viele Remakes würden als tolle Filme gefeiert, wenn man nicht um die Existenz des Originals wüsste."
Es ist eine Tatsache: Viele Remakes reichen nicht an das Original heran. Es gibt
Ausnahmen:
Ben Hur wurde zwar schon einmal in den 20er Jahren verfilmt, doch
bis heute ist die Filmfassung von 1959 mit Charlton Heston in der Hauptrolle unerreicht.
Der Film erhielt elf Oscars und ist neben
Titanic und
Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs der am meisten ausgezeichnete Film.
Darum kann ich über ProSieben und weitere Sendeanstalten nur den Kopf schütteln, die nun ein Remake dieses Films drehen. Der Masstab an diesen Klassiker ist so hoch, dabei kann
höchstens ein durchschnittlicher Film herauskommen, wahrscheinlich eher ein Flop. Da nützen dann auch allfällige Special Effects mit dem Computer wenig.
Auch
Sissi wird
neu verfilmt und zwar durch das ZDF, den ORF und die RAI.
Um sich ja vom Filmklassiker abzuheben, heisst die Neuverflmung "Sisi".
Tja, auch hier sehe ich die Chancen gering, das Original zu toppen. Der
Herz-Schmerz-Klassiker Sissi mit Romy Schneider samt zwei Forsetzungen ist ein Dauerbrenner im Fernsehen und
hat sich in das kollektive Gedächtnis vieler Fernsehzuschauer wohl für immer
eingebrannt.

Aber nicht nur Fernsehanstalten, sondern auch
Schauspieler setzen auf Remakes. Aktuelles Beispiel ist
Steve Martin. Der
US-Schauspieler und Komiker brachte schon mit den beiden Vater der Braut-Filme Remakes der Klassiker mit
Spencer Tracy in die Kinos.
Aktuell ist Martin momentan wieder als
Inspektor Clouseau in Der rosarote Panther 2 in den Kinos zu sehen. Ich mag einige Filme mit
Steve Martin, aber
an den unvergesslichen Peter Sellers als Clouseau kommt Martin einfach nicht heran.

A propos Komödien:
Auswirkungen der Finanzkrise zeigen sich auch bei der Auswahl von neuen Filmen. Gemäss einem
Bericht der Schweizer Tagesschau werden in Hollywood
vermehrt Komödien und weniger Dramen produziert. Wenn das Leben schon hart genug ist, will man das wohl nicht auch noch im Kino sehen.
Zugenommen haben indessen die Zahlen der Kinobesucher in den USA. Es scheint, als suchten die Menschen Ablenkung von der Finanzkrise und sei es auch nur für zwei Stunden in einem dunklen Kinosaal.
Trotz mehr Kinobesuchern
spürt Hollywood die Finanzkrise stark:
Laut einer aktuellen Meldung der dpa wurden in Hollywood im Januar 22'000 Stellen gestrichen. Das entspricht sage und schreibe 10 Prozent der 200'000 Beschäftigten in der Filmstadt.
Berühmte Stars bekommen im Gegensatz zu früher auch nicht mehr einfach ihre geforderten Gagen. Gut, Julia Roberts, Jim Carrey & Co. werden das verkraften können, da sie ja in der Vergangenheit genügend verdient haben.
Bitter ist es hingegen für all diejenigen, die nicht so viel verdienen, seien es beispielsweise die vielen kaum bekannten Schauspielerinen und Schauspieler in kleinen Rollen, Statisten oder Mitarbeiter von Studios.
Für sie wird die Finanzkrise allfällig zum Überlebenskampf.
Neu sind finanzielle Beteiligungen der Stars an den Einspielergebnissen auch nicht mehr die Regel: Russell Crowe beispielsweise
wird bei der aktuellen Robin Hood-Verfilmung laut dpa erst eine Beteiligung erhalten, wenn der Film einen Gewinn verbuchen wird.
Somit wäre ich
wieder bei den Remakes angelangt
. Ob diese x-te Verfilmung des Helden mit Pfeil und Bogen aus dem Sherwood Forest
wirklich erfolgreich sein wird?
Fotos: © 2009 Sony Pictures Releasing GmbH, Warner Home Entertainment, Andy Schindler