In der Schweiz werden Kinofilme immer mehr nur noch synchronisiert gezeigt: Deutsch anstatt Englisch. Dagen formiert sich Widerstand. Was denken Sie?
Was in Deutschland gang und gäbe ist, nämlich die amerikanischen Blockbuster in den Kinos nur in deutscher Sprache zu zeigen, wird in der Schweiz auch immer mehr zum Normalfall.
Blick Online spricht in einem Beitrag von dieser Woche sogar von einem "Sprachenkrieg". Im Facebook formieren sich Gruppen zum Widerstand gegen diese Entwicklung. Doch ob ihr Protest Erfolg haben wird?
Wie Blick Online weiter schreibt, war es bis vor kurzem zum Beispiel unmöglich, den Blockbuster Titanicin der Schweiz in deutscher Sprache im Kino zu sehen.
Hier haben wir also einmal mehr den Fall von Kommerz versus Kunst beim Film. Für die Verleiher ist die Untertitelung von Originalfassungen teurer als eine Synchronisation. Zudem kann der Film so im ganzen deutschsprachigen Raum einheitlich gezeigt werden. Sprich: Es gibt keine teure Extrawurst für die Schweiz mehr.
Einige Kinobesucher sind auch der Ansicht, es sei ermüdend, bei einem englischsprachigen Film dauernd die Untertitel lesen zu müssen und zugleich der Handlung im Film zu folgen, wenn man wenig Kenntnisse dieser Sprache hat.
Das ist aber nur die eine Seite. Die andere Seite ist der Genuss des Originals für die Kinofans, die genügend Englisch verstehen. Denn der wesentliche Punkt ist, dass eine Synchronisation inhaltlich oft nur teilweise das widergibt, was im Original gesagt wird. Zudem klingen die Leinwandhelden in ihrer Originalsprache halt schon anders - und manchmal wesentlich besser - als die synchroniserten Stimmen.
Doch urteilen Sie selbst. Hier ein Beispiel, der Trailer von Titanic in deutscher und englischer Sprache, zu finden auf YouTube:
Trailer in deutscher Sprache:
Trailer in englischer Sprache:
Was denken Sie? Sehen Sie die Filme im Kino lieber in der englischen Originalfassung oder in einer synchronisierten deutschen Fassung?
Schreiben Sie uns Ihre Meinung anhand des folgenden Kommentarfelds.
Fotos: Titanic, Copyright 20th Century Fox sowie zwei Beiträge auf Youtube. Der Film Titanic ist in englischer und deutscher Sprache als DVD erhältlich, bestellen kann man ihn beispielsweise als 4-Disc-Special Edition hier.
Streit um Synchronisation im Kino geht weiter
Der Schweizer Tages-Anzeiger publizierte auf einer halben Seite einen Artikel, der die Diskussion um die Synchronisation mit neuen Argumenten anheizt.
Jean-Martin Büttner schreibt auf einer halben Seite im Kulturteil des Tages-Anzeiger über die Disk
Weblog: fernsehen.ch blog Aufgenommen: May 06, 11:25
leider wird es immer schwieriger, die filme in der originalsprache zu sehen. eine bedauernswerte beschneidung des originals!
ob es sich bei der originalsprache um englisch, oder um eine andere sprache handelt, ist für mich sekundär.
liebe schweizer flimbranche, bitte weiterhin mit untertiteln!!!
Wenn ich Barbara Streisand sehe, möchte ich auch Barbara Streisand reden hören. Und so geht es mir bei allen bekannten Film Schauspielern.
Alle Filmbösewichte in der immer gleichen Synchroniationsstimme zu hören ist doch völlig daneben.
Auch Filme aus nicht westlichen Ländern (z.B. Mongolei), die ich natürlich nicht verstehe - wirken ganz anders dank der Melodie der fremden Sprache.
Fazit: In Kinos mit synchronisierten Filmen gehe ich nicht.
Ich sehe die Filme am liebsten in Original-Fassung und ohne störende deutsche Untertitel an, man fängt nämlich automatisch an zu lesen wenn da was steht, auch wenn man die Übersetzung nicht braucht! Dass Filme aber nur noch auf Deutsch ins Kino kommen, geht gar nicht!!! Dann seh ich den Film lieber auf DVD...
In der Schweiz besteht einfach ein nicht zu verachtender Teil der Kinobesucher aus Leuten die mindestens in den Grundzügen der englischen Sprache mächtig sind. Diese zu verlieren, würde ich als grosse Fehler der Betreiber ansehen. Zumal, dank frühen Englischkenntnissen in der Schule, dieser Anteil eher zu wachsen als zu schrumpfen scheint.
Schon heute ist fast jedem die Möglichkeit offen, Filme in (fast) jeder gängigen Sprache kostenlos aus dem Internet zu besorgen.
Kino ist aber immer noch ein Ereignis, etwas besonderes, ein sozialer Treffpunkt und eine ganz eigene Erlebniswelt. Wer in einem zugegeben kleinen Land, wie der Schweiz, nur noch versucht die Massen zu bedienen, wird feststellen dass die kleinen treuen Gruppen ausbleiben.
Ich kann nicht glauben, dass die Kostenersparnis (keine Untertitel zu produzieren), grösser ist als die Verkaufszahlen der Sitzplätze in den Schweizer Kinos (mit UT). Weiter sollte man sich Gedanken machen über alle weiteren Gruppen die man ausschliesst, so z.B. alle Gehörlosen.
Der Schweizer Tages-Anzeiger publizierte auf einer halben Seite einen Artikel, der die Diskussion um die Synchronisation mit neuen Argumenten anheizt. Jean-Martin Büttner schreibt auf einer halben Seite im Kulturteil des Tages-Anzeiger über die Disk
Aufgenommen: May 06, 11:25