(ARD/fernsehen.ch) Aus aktuellem Anlass ändert die ARD ihr Programm und bringt am Montag und Mittwoch die zweiteilige Dokumentation Das Imperium der Viren.
Im 20. Jahrhundert, so haben Wissenschaftler berechnet, wurden mehr Menschen durch Viren getötet als durch alle Kriege weltweit. Und das, davon sind viele Virologen überzeugt, war erst der Anfang.
Denn zum einen haben wir gegen die meisten Virus-Infektionen bisher keine Impfstoffe gefunden und zum anderen werden immer mehr bisher unbekannte Keime aus zuvor unberührten, entlegenen Regenwaldzonen in unsere überbevölkerten Städte eingeschleppt.
Meist gelingt es dabei den unsichtbaren Viren, von Tieren auf Menschen überzuspringen, deren Immunsystem keine Gegenmittel gegen diese lautlosen Killer hat.
Der kürzlich verstorbene amerikanische Nobelpreisträger Joshua Lederberg brachte den ungleichen Kampf mit den unsichtbaren Killern auf die Formel: „Viren sind unsere einzigen Konkurrenten um die Herrschaft auf diesem Planeten."
Beeindruckende 3D-Animationen, die für diese Reihe produziert wurden, machen die für das Auge unsichtbaren Viren und ihren Zerstörungskampf gegen menschliche Zellen sichtbar.
Der erste der beiden Dokumentationsfilme der Reihe Das Imperium der Viren zeichnet in einer aufwendig nachinszenierten Spielhandlung exemplarisch den Ausbruch des SARS-Virus nach. 2003 nahm das bis dahin unbekannte Virus von Hongkong aus Anlauf, die Welt zu erobern.
Zum ersten Mal verwendet Das Imperium der Viren die spannende Mischung aus inszenierter Spielhandlung, optisch anspruchsvollen Reportage-Elementen, Interviews mit den besten Experten der Welt und atemberaubenden 3D-Animationen aus dem Körper.
Die besten Virologen und Epidemiologen wurden für „Das Imperium der Viren" vor die Kamera geholt: So etwa Albert Osterhaus aus Rotterdam, Nathan Wolfe aus Los Angeles, John Oxford aus London oder Christian Drosten vom Hamburger Institut für Tropenmedizin.
Sie alle warnen: SARS konnte gestoppt werden, andere Keime, wie das Aids-Virus HIV fordern Millionen von Opfern jedes Jahr - doch eine nächste Welle, etwa mit einem Vogelgrippe-Virus könnte ähnlich verheerende Folgen haben, wie die „spanische Grippe" im Jahr 1918.
Damals starben binnen weniger Monate über 50 Millionen Menschen. Zweieinhalb Mal soviel Opfer, wie sie der Erste Weltkrieg gefordert hatte.
SARS, so glauben die Experten, war nur ein harmloser Probelauf für das, was eine neue Grippe-Mutation auslösen wird. Ein Mittel dagegen gibt es bisher nicht.
Sendetermine
Montag, 4. Mai 2009, ARD, 20.15 - 21.00 Uhr, Das Imperium der Viren (1)
Mittwoch, 6. Mai 2009, ARD, 23.30 - 00.15 Uhr, Das Imperium der Viren (2)
Foto: © WDR/colourFIELD