Der Schweizer Tages-Anzeiger publizierte auf einer halben Seite einen Artikel, der die Diskussion um die Synchronisation mit neuen Argumenten anheizt.
Jean-Martin Büttner schreibt auf
einer halben Seite im Kulturteil des Tages-Anzeiger über die
Diskussion um die Synchronisation von Kinofilmen in der Schweiz,
siehe auch mein Blog.
Sein Plädoyer, das er im Beitrag gut belegt, ist klar und dem schliesse ich mich an: Wenn Filme nicht mehr in der Originalsprache, sondern synchronisiert in deutscher Sprache in den Schweizer Kinos gezeigt werden, gehen wichtige Nuancen und Aussagen des Films verloren.
Büttner schreibt unter anderem über die
Kultserie Twin Peaks:
"Auf Englisch klingt 'Twin Peaks' nach Edgar Allan Poe, auf Deutsch wie 'Derrick'. Der Unterschied zwischen Originalversion und Synchronstimme entspricht dem zwischen Nuance und Gleichklang, Wortspielt und Kalauer, Körper und Konverve."
Oder der berühmte Satz fast am
Schluss des Kultfilms Casablanca, wo
Humphrey Bogart zu
Ingrid Bergman zum Abschied sagt: «Here’s looking at you, kid.» Auf Deutsch sagt er: «Ich seh dir in die Augen, Kleines.»
Büttners Fazit dazu:
"Wer das für eine gute Übersetzung hält, hat den Unterschied zwischen Anerkennung und Herablassung nicht verstanden, weil nicht gehört." Treffender kann man es nicht ausdrücken.
Darum: Zeigt die Filme in den Kinos weiterhin in der Originalsprache samt Untertitel!
Die Kultserie Twin Peaks läuft nach wie vor im Zweikanalton Deutsch-Englisch auf SF zwei, jeweils eine Folge in der Nacht von Freitag auf Samstag. Fotos: SF, aus Twin Peaks