Als vor einigen Jahren „Nacht im Museum“ auf die Leinwand kam, war der Film zwar nicht blendend, aber die Idee gut: Wenn es dunkel wird, beginnen die Exponate des Museums zu leben und führen Kleinkrieg oder Romanze auf. Und jetzt das Sequel: Das einzig passende Attribut wäre wohl „unnötig“.
Larry, gespielt von Ben Stiller, der verpennte, aber gutmütige Museumswächter, ist jetzt Businessman geworden und verkauft Gerümpel, den niemand braucht, aber alle wollen. Vorbei also die lustigen Stunden im Museum mit dem Dinoskelett, dem frechen Kapuzineraffen und den Römern und Cowboys, die sich als lebendige Kleinfiguren gegenseitig die Hucke vollhauen. Larry ist beschäftigt und langweilig.
Das rettende Telefon
Gott sei Dank erreicht ihn dann ein wichtiges Telefon: Owen Wilson, der Obercowboy im Daumenformat, ruft an und benachrichtigt ihn, dass die ganze Mannschaft im weltgrössten Museum „Smothonian“ in Washington DC. im Keller eingelagert werden soll. Und dass der Kapuzineraffe die ägyptische Wunderplatte, die den Dingen das Leben einhaucht, hat mitlaufen lassen. Fazit: 136 Millionen Ausstellungstücke in Washington beginnen zu leben, zu lieben und sich zu bekriegen.
Der Trailer zu Nachts im Museum 2, zu finden auf YouTube:
Lustig, aber nicht lustig genug
Das ist an sich lustig: Die Bilder leben wie bei Harry Potter, die Skulpturen tanzen, drei steinerne Amor fliegen als Boygroup und singen Liebeslieder, und neben dem bösen Pharao treten auch der kleine Napoleon und der böse Al Capone auf. Solche Kombinationen sorgen natürlich für rechte Verwirrung, und Larry, der als einziger um das Geheimnis der Lebensplatte weiss, muss eingreifen, schlichten, sortieren, kämpfen. Aber die Geschichte wird um keine Nuance bereichert, sie spielt sich einfach an anderem Ort nochmals ab.Das ist zwar lustig, aber nicht wirklich lustig genug, dass man dafür ein Kinobillett kaufen muss.
Stilsichere, laue Unterhaltung
Obwohl das ganze sehr stilsicher inszeniert ist und die Spezialeffekte wie auch einige der Gags durchaus gut sind, plätterscht das ganze sehr absehbar dahin, nicht einmal die Liebesgeschichte mit dem weiblichen Fliegerass will sich richtig entwickelt. Wem soll man diesen Film empfehlen? Vielleicht einer Familie mit Kindern, die an einem Samstagabend die DVD zusammen schaut und sich gerne auf einfache Art unterhalten lässt. Sonst aber...
Nachts im Museum 2, USA /CDN / 2008, 105 Minuten, Verleih: Twentieth Century Fox, Kinostart: 21. Mai 2009