Eigentlich ist dieser Film eine einzige, lange, 150minütige Liebesszene, in der es den beiden Jungchen erst im Anblick des Todes gelingt, einander ihre Liebe zu gestehen, obwohl sie bereits seit Teil 1 Auto und Bett teilen. Das ist recht langweilig. Daneben aber werden Megatonnen von Stahl zu Schrott geschlagen. Und das ist recht unterhaltsam.
Transformers: Die ultimative Kultserie aus Japan, die in den 70ern und 80ern als Trickfim über unsere Bildschirme donnerte.
Autos, die eigentlich gigantische Roboter sind, deren Heimatplant irgendwo weit, weit draussen im Universum durch einen Bürgerkrieg zerstört wurde,
feiern den Abgesang ihrer Rasse mit epischen Schlachten auf der Erde. Und ein paar meist sehr junge Menschen helfen den Guten gegen die Bösen.
So gnadenlos einfach ist das, und doch so imposant, mag man Autos und Roboter, die sich in letztere verwandeln.
Und mag man vor allem Schlachten, Waffen, Zerstörung, einstürzende Neubauten, dröhnende Kanonen und vor Schmerz röchelnde Verlierer.
Komplexer, länger und viel besser als Teil 1

Wem Teil 1 gefallen hat, der wird sich ohnehin über das Sequel freuen; wem dieser allerdings etwas dünn und beinahe schon dämlich vorkam, wird im zweiten Teil auf seine Rechnung kommen:
Die Geschichte ist um Meilen besser, die Animationen dichter und erstaunlicher, und weil der Film lange dauert, ganze 150 Minuten, bleibt die Spannung über lange Zeit auf hohem Niveau. Aber schön der Reihe nach: Nachdem am Ende von Teil 1 der Erzmiesling besiegt wurde, mehren sich zu Beginn von Teil 2 die Anzeichen, dass die Achse des Bösen noch lange nicht besiegt ist, dass sie im Gegenteil kurz vor der Auferstehung steht.
Die guten „Autobots“ um ihren Anfüher Optimus Prime haben alle Hände voll zu tun, dem Bösen Herr zu werden, selbstverständlich mit Hilfe der amerikanischen Armee, die waffenstarrend und selbstbewusst auf der Welt Frieden schafft.
Hier könnte man sich allenfalls fragen, wer in Zeiten wie heute auf eine solche dämlliche, ja geradezu peinliche Idee gekommen ist, aber wie auch immer:
Die Menschen helfen den guten Transformers gegen die bösen. Diese hinwiederum erhalten Unterstützung von vielen ihresgleichen, die verwildert im Universum herumgeistern und dem Ruf ihres Herrn nur zu gerne Folge leisten. Irgendwie schaffen sie es,
den Erzmiesling zu befreien und zu reanimieren, und dann – dramaturgisch fast nicht mehr zu überbieten – tritt doch tatsächlich noch ein Obererzmiesling auf, der noch viel böser und schlechter ist. So böse, dass er sogar den guten, weisen, starken und tapferen Optimus Prime beseitigt.
Und dies deshalb, weil er Sam beschützen wollte, den Teenieheld, in dessen Hirn die letzten Überreste einer geheimen Botschaft gespeichert sind, die die Robots zu einer unermesslichen Energiequelle auf Erden führen soll.
Und schon geht der Wettlauf los: Die Bösen wollen Sam, Sam will seine Freundin, alle wollen die Energiequelle und jeder bekämpft den anderen gnadenlos. Stoff, aus dem die Träume sind, sofern man gerne technisch träumt.
Weitere Figuren sind nur noch Details
Man merkt:
Es ist alles ziemlich komplex, und die Dutzenden von Robotern sind toll anzuschauen, sie verwirren aber ziemlich, und wenn dann noch die Zeit um 14'000 Jahre zurückgespult wird in eine Epoche, als sich Urmensch und Urroboter schon einmal gegenüberstanden, verliert man gerne mal den Faden.

Aber wen stört das schon, denn auch die weiteren Figuren sind nur Beigabe:
Die ach-so-knackige Freundin von Sam zum Beispiel, die vor allem ach-so-knackig ist, inhaltlich aber ausser rot-feuchten Lippen wenig zur Geschichte beirägt, oder der Pseudoteckie und Collegefreund von Sam, der sich dauern in die Hosen macht, und schliesslich der Mit-50er, dessen stupendes Alienwissen für Wahnsinn gehalten wird, wofür er sich damit rächen will, dass er sich für das undankbare Vaterland opfert – aber keine Angst, es gelingt ihm nicht.
Und eben: Die zackigen Generäle, die derben, aber tapferen Soldaten, die grossen Kanonen,
diese uramerikanische Begeisterung für alles, was knallt, raucht und Leute niederstreckt, dass es einem als zivilisierten Europäer dann doch fast zu viel wird. Aber all das ist, wie gesagt, nur Beiwerk, denn das Wesentliche sind die Spezialeffekte. Und die sind wirklich das Geld wert.
Terabites voller Action
Es ist ja schon unglaublich, mit welcher Geschwindigkeit, Präzision und Realitätsnähe diese gigantischen Roboter dargestellt werden, und dies vor allem dann, wenn sie sich gegenseitig die Hucke vollhauen. Specialeffects par excellence! Und nicht nur zu Beginn und etwas in der Mitte, sondern andauern, fast ohne Pause.
Und der Sound: Frank Sinatra goes Star Wars.
Diese Szenen sind unglaublich überzeugend, unterhaltend, und im so überfütterten Spezialeffekte-Business doch noch neu, überraschend, schlicht und einfach stupend! Sie trösten über die überkomplexe Geschichte hinweg, auch über die durchschnittlich bis miserable Schauspielerei und selbst noch über den ätzenden Hurrapatriotismus.
Nach 2,5 Stunden hatte ich definitiv Kopfschmerzen. Aber es hat sich gelohnt: Denn es waren gute Schmerzen.
Fazit
Ich weiss nicht, ob je eine Frau sich für solches begeistern wird. Aber Männer, wenn ihr es liebt, wenn geballert wird, das Gute siegt und die Mädchen aalglatt, willig und jung sind,
dann, liebe Männer, habt ihr zwar einen grausam schlechten Geschmack, dieser Film jedoch wird ihn voll und ganz befriedigen!
Transformers 2 - Die Rache, Originaltitel: Transformers 2: Revenge of the Fallen, USA / 2009, 147 Minuten, Paramount Pictures, ab 24. Juni 2009 im Kino, Gesetzliches Mindestalter:12 Jahre, empfohlen ab 14 Jahren
Fotos: © 2009 DW Studios L.L.C. and Paramount Pictures Corporation. All Rights Reserved. HASBRO, TRANSFORMERS and all related characters are trademarks of Hasbro. © 2009 Hasbro. All rights reserved. Photo Credit: Courtesy of Paramount Pictures and Photo Credit: Jaimie Trueblood