: Kathrin Winzenried und der Historiker Jakob Tanner blicken zurück in eine doppelbödige Welt, die Welt der Spione. In den 1930er- und 40er-Jahren war die neutrale Schweiz ein ideales Aktionsfeld für Spione aus aller Welt.
Doch einer stach alle aus:
Allen Dulles, der amerikanische Meisterspion und Diplomat in Bern. Filmausschnitte zeigen ihn als einen der wichtigsten Akteure der US-Kriegsmaschinerie, der überall seine Netze spannte.
Bern im Jahr 1942.
In der Herrengasse 23 bezieht Allen Dulles eine elegante Wohnung. Er ist der wichtigste Geheimdienstmann, der je in der Schweiz gearbeitet hat. Die Schweiz liegt «an Hitlers Türschwelle», schreibt der Meisterspion an seine Zentrale nach Washington.
Dulles beginnt, eine Organisation aufzubauen, Kontakte zu knüpfen. Seine engsten Mitarbeiter sind US-Amerikaner, die schon lange in der Schweiz leben und ihre wirtschaftlichen Interessen auch mit der Arbeit für den Geheimdienst verknüpfen können.
Natürlich sind auch die deutschen Geheimdienste – die Abwehr, der SD, die Gestapo – in Bern präsent. Schliesslich ist die idyllische Hauptstadt der Eidgenossen der wichtigste Agententreff Europas.
Die Schweizer Behörden wissen Bescheid über das Treiben der Dienste. Beim Schweizerischen Nachrichtendienst gibt es für jede der verfeindeten Gruppen zuständige Spezialisten. Dulles trifft sich zu regelmässigen Gesprächen mit höchsten Repräsentanten der Schweiz – bis hin zu General Guisan.
Die Berner Herrengasse wird zum Zentrum eines Spionagenetzes, das über Jahre die Westalliierten mit Informationen aus dem von den Achsenmächten besetzten Europa versorgt. Die wichtigste Basis des US-Geheimdienstes OSS arbeitet unermüdlich und effizient, durchaus mit Kenntnis und Billigung des Schweizerischen Nachrichtendienstes.
Sendetermin: DOK-Serie - 3. August 2009 um 23.15 Uhr auf SF 1.
Wiederholungstermine der Sendung DOK finden Sie
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