: Protestantische Christen in Freikirchen haben eine starke Beziehung zu Jesus. Die Bibel, meist wörtlich interpretiert, prägt ihren Alltag. Der Film «
» porträtiert einerseits die 22-jährige Simone Reichenbach – sie gehört der jungen, charismatisch ausgerichteten Gemeinde für Christen Chile Hegi in Winterthur an.
Andererseits begleitet der Film das Ehepaar Baumann, das der eher traditionellen Evangelischen Täufergemeinde Bern angehört. Sind Freikirchen ein Kontrastprogramm zur Vereinzelung des Menschen in der heutigen Zeit?
Beide Kirchen zelebrieren die Gottesverehrung und entwickeln neue Gottesdienstformen, weg von der stillen Einkehr, hin zum Eventcharakter.
Sie sind formal modern, inhaltlich jedoch traditionell ausgerichtet: Da gibt es den Teufel, keinen Sex vor der Ehe, und eine grosse Skepsis gegenüber der Evolutionstheorie.
«Sternstunde Religion»: Religionen in der Schweiz: Fakten und Trends
Judith Hardegger im Gespräch mit dem Religionssoziologen Jörg Stolz
Am Sonntag, 11. Juli 2010, 10.30 Uhr, SF 1: Die Schweiz ist längst ein multikulturelles und multireligiöses Land geworden. Insbesondere die Zahl der Muslime wächst rasant – gleichzeitig aber auch jene der Konfessionslosen.
Zwar bezeichnet sich die Mehrheit der hiesigen Bevölkerung noch immer als christlich, doch immer weniger Menschen nehmen aktiv am Kirchenleben teil. Hoch im Kurs scheinen hingegen fernöstliche Religionen zu sein. Jedenfalls waren Yoga und Zen-Meditation noch nie so populär wie heute.
Was bedeuten diese Verschiebungen auf religiösem Feld für die Gesellschaft? Mit welchen Herausforderungen sind die Landeskirchen, mit welchen die nicht christlichen Religionsgemeinschaften konfrontiert?
Und vor allem: was sind die Perspektiven? Geht die Entwicklung in Richtung vollständige Trennung von Religion und Staat oder eher in Richtung Anerkennung weiterer Religionsgemeinschaften? Jörg Stolz, Religionssoziologe und Direktor des Observatoire des religions en Suisse, kennt die Trends und Tendenzen. Mit ihm unterhält sich Judith Hardegger.
«Sternstunde Philosophie»: Brauchen wir noch Helden?
Josef Früchtl über die Philosophie des Westernfilms
Am Sonntag, 11. Juli 2010, 11.00 Uhr, SF 1: Vom zornigen Achill über den «tumben Tor» Parzival bis zu Hollywoods Cowboys und Geheimagenten – die Kulturgeschichte des Abendlands ist auch eine Heldenparade.
Die Figur des Helden ist ein Beweis für die enge Verzahnung von Mythos und Moderne. Spätestens in der demokratischen Postmoderne steht der Held aber unter Verdacht, hoffnungslos verstaubt zu sein. «Unglücklich das Land, das Helden nötig hat», sagte schon Galilei bei Bertolt Brecht.
Und doch scheinen die Menschen auf herausragende Einzelkämpfer, auf Zivilcourage und Idealismus nicht verzichten zu wollen. Heldenfaszination und Heldenbedarf sind ungebrochen: Roger Federer, Barack Obama und «Sully», der Pilot von New York? James Bond, Harry Potter, Lara Croft? Wer sind die Heldinnen und Helden in Realität und Fiktion?
Josef Früchtl, deutscher Philosophieprofessor an der Universität Amsterdam, hat eine Heldengeschichte der Moderne geschrieben und dabei den Western als Thema der Philosophie entdeckt.
Was gibt der Western, der seine besten Jahre hinter sich hat, philosophisch her? John Wayne und James Stewart vor Augen lässt Früchtl die Konturen des modernen Ich aus dem Pulverdampf des Showdown hervortreten. Es ist ein cooles, unverschämtes, ein auftrumpfendes, aber auch ironisch-zerrissenes Subjekt, das die Westernfilme – und heute populärere Genres wie Gangsterfilm, Thriller oder Science Fiction – widerspiegeln.
«Sternstunde Kunst»: About Jenny Holzer
Filmporträt der US-amerikanischen Konzeptkünstlerin
Am Sonntag, 11. Juli 2010, 12.00 Uhr, SF 1: Den Auftakt des Sommerprogramms 2010 der «Sternstunde Kunst» macht das Filmporträt der US- Konzeptkünstlerin Jenny Holzer, das einen besonderen Zugang zu ihrem Werk ermöglicht.
Seit mehr als 30 Jahren steht ihr Name in der Kunstwelt für eine Konzeptkunst, welche die menschliche Wahrnehmung und Beeinflussung durch Medien und Politik in Frage stellt.
Das Medium von Jenny Holzer ist Sprache. Ihr Markenzeichen sind sogenannte LED-Leuchtschriftbänder, die man aus der Werbung kennt. Die einst für politische Propaganda entwickelten Textträger, die durch ihr hektisches Flimmern Passanten auf der Strasse einfangen und beeinflussen sollten, werden von Jenny Holzer neu erdacht.
Mit ihren eigenen Textbotschaften, ihren «Truisms» provoziert, ertappt, verwirrt Jenny Holzer ihr Publikum insbesondere dort, wo niemand Kunst erwartet: im öffentlichen Raum.
Das Filmporträt «About Jenny Holzer» von Claudia Müller ist eine Koproduktion der «Sternstunde Kunst» und das erste Filmporträt überhaupt, das über die US-Konzeptkünstlerin realisiert wurde.
Bild: Copyright SF