Im Mittelalter eine Todsünde. Doch noch heute fordert sie Opfer. Vor 15 Jahren investierten Tausende von Schweizern in ein Schneeballsystem, in den sogenannten European Kings Club. Doch statt 70 Prozent garantierte Rendite gab es Totalverlust. Der Film von Hansjürg Zumstein zeigt Innerschweizer im Taumel des grossen Geldes. Und erstmals sprechen die Kings-Club-Initianten über das grandiose Fiasko.
Es tönte wie ein Märchen: Garantiert 70 Prozent Rendite dank geschickter Investitionsstrategie.
Mit wenig Geld Millionär werden, versprachen die Initianten. Es war die Habgier des Kleinanlegers, die dem Kings Club rasch europaweit Mitglieder einbrachte. Besonders erfolgreich war der Club in der Innerschweiz: Jeder zehnte investierte Geld in das angeblich todsichere System.
Hinter dem Kings Club standen die deutsche Hausfrau Damara Bertges und der deutsche Arzt Hans Günther Spachtholz. Rhetorisch begabt, faszinierte Damara Bertges ihr Publikum mit einer Mischung von Kapitalismuskritik und einer angeblich neuen Art, Gelder
zu investieren.
Die Kleinanleger fragten nicht, wo die beiden investierten – sie glaubten bedingungslos. Selbst als die Justiz das Geldeinsammeln untersagte, machte der Kings Club weiter.
Aufgepeitscht durch Damara Bertges übten viele Innerschweizer die Rebellion: Proteste vor dem Gefängnis, Treuebekenntnisse gegenüber den Organisatoren, Drohungen gegen Untersuchungsrichter – ungewohnte Töne in der Innerschweiz.
Der Katzenjammer kam Jahre später: Es stellte sich heraus, dass Damara Bertges und Hans Günther Spachtholz nichts vom Geldanlegen verstanden. Beide wurden wegen Betrugs verurteilt.
Heute, 15 Jahre später, erzählen sie erstmals, was damals passierte. Sie erläutern in einem exklusiven «DOK»-Interview, weshalb der Kings Club scheiterte.
Und Damara Bertges sagt, was sie nach der jahrelangen Haft erlebte – einen Ausflug in die Welt der Habgier, mit überraschenden Folgen.
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