Schweiz zu Halbwaisen. Was bedeutet das für die Kinder? Wie gehen sie damit um, dass Mami nie mehr zurückkommt? Was machen sie, wenn die Mutter einfach nicht mehr fröhlich ist, seitdem der Papa beerdigt wurde?
Und was brauchen sie von dem hinterbliebenen Elternteil, den Verwandten und Freunden, um diese schmerzliche Lücke auszufüllen? Ein berührender Film mit starken und meist fröhlichen Kindern.
Diesen Fragen geht die Autorin Andrea Pfalzgraf in ihrem Film auf behutsame Art nach.
So weiss beispielsweise Elias (10), dass ihm ein Friedhofsbesuch nichts bringt, weil er seinen Vater immer noch im Haus spürt.
Ausserdem, so sagt er, beantwortet ihm sein toter Vater durch eine Art Telefon im Kopf nach wie vor seine Fragen.
Oder der 14-jährige Sebastian: Er ist das älteste von vier Kindern. Sein Vater starb völlig unerwartet und ausgerechnet an Sebastians achtem Geburtstag. Seine Mutter war damals mit dem vierten Kind schwanger. Er weiss, wie wichtig es ist, dass seine Mutter wieder einen Mann findet «weil sie dann glücklicher ist». Trotzdem will er keinen anderen Vater.
Oder Stefan: Erst als er bereits über 20 Jahre alt war, erfuhr er, dass sich seine Mutter umgebracht hatte, als er sechs Jahre alt war. Bisher dachte er immer, sie sei im Bett gestorben. "Ich wäre froh, hätte man mir damals die Wahrheit gesagt, einem Kind kann man schon etwas zumuten."
Die elfjährige Meret war noch nicht geboren, als ihr damals 38-jähriger Vater an einer Lungenembolie kurz vor der Hochzeit starb. Ihre Mutter hat inzwischen einen Witwer mit Kindern kennengelernt. Nun hat das Mädchen eine neue Familie. Trotzdem will sie wissen, wer ihr leiblicher Vater war. Im Film befragt sie mit ihrer Filmkamera Menschen, die ihrem Vater begegnet sind.
Berührende und doch alltägliche Schicksale von starken, offenen, mutigen und immer wieder auch traurigen Kindern. Sie erzählen aus ihrem Alltag, und davon, wie sie sehr früh keine andere Wahl hatten, als den Tod zum Leben gehörend zu akzeptieren.
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