: Sie sind Täter und Opfer zugleich: die Roma-Kinder aus Rumänien, die von ihrer Sippe zum Stehlen und Betteln auf die Strasse geschickt werden. Täter sind sie, weil sie in den europäischen Städten Passantinnen und Passanten bestehlen und Kunden an Bankomaten attackieren. Sie sind aber auch Opfer, weil sie von ihren
Eltern zum Stehlen missbraucht werden – und häufig auch bestraft werden, wenn sie nicht genügend Geld nach Hause bringen. Die europäischen Behörden schauen machtlos zu, denn ihnen sind von Gesetzes wegen die Hände gebunden. Und das wiederum macht die Kinderdiebe nur noch dreister.
Anfangs 2007 stieg die Anzahl kleinerer Delikte wie Trick- und Taschendiebstahl in Europa
drastisch an. Der Grund war schnell klar: Mit dem Beitritt Rumäniens zur EU am 1. Januar
2007 kamen hunderte rumänischer Kinder in die Städte Europas – und mit ihnen das
organisierte Verbrechen.
Liviu Tipurita, britischer Filmemacher mit rumänischen Wurzeln, geht in diesem Film dem Phänomen der Kinderdiebe auf den Grund. Er folgt den Spuren der rumänischen Roma von Rumänien über Grossbritannien bis nach Italien und Spanien.
Dabei ist ihm ein einzigartiger Einblick in diese sonst verschlossene Gesellschaft gelungen. Tipurita zeigt auf, wie die Kinderdiebe auf den Strassen vorgehen – aber auch unter welchem Druck sie stehen, genügend Geld nach Hause zu bringen. Einen besonders tragischen Fall aus Italien rollt der Filmautor nochmals auf: Im Dezember 2007 fand die Polizei in einer Baracke Roma-Kinder, die an Ketten gefesselt gefangen gehalten wurden.
Zudem ist es Tipurita gelungen, den Boss eines Roma-Clans vor die Kamera zu bekommen und von ihm zu erfahren, weshalb er so stolz darauf ist, dass seine Familie seit mehreren Generationen als Diebe in Europa unterwegs ist.
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