Am Sonntag abend wurde zum ersten Mal im Schweizer Fernsehen das neue Satireformat "Giacobbo / Müller" live ausgestrahlt. Die Premiere war enttäuschend.
Seit Wochen wirbt das Schweizer Fernsehen mit ihrem neuen Satrieformat "Giacobbo / Müller"; zugleich die Rückkehr von Viktor Giacobbo auf den Bildschirm, legendär geworden mit den Sendeformaten "Viktors Programm" und "Viktors Spätprogramm".
Gestern abend live um 22.10 Uhr war es nun soweit: Die Premiere von "Giacobbo / Müller". Neu tritt er nun zusammen mit dem Schweizer Schauspieler Mike Müller auf. Hier der Trailer zu "Giacobbo / Müller" auf Youtube:
Um es gleich vorweg zu sagen: Die Premiere dieses satirischen Wochenrückblicks war enttäuschend.
Fünf Gründe:
1. Eine klare Profilierung für die Sendung fehlt
Das Problem bei "Giacobbo / Müller" ist eine klare Profilierung. Man hat den Eindruck, eine Reihe von bekannten Satireformaten wurde etwas zusammengemixt und teilweise übernommen. Drei Beispiele:
- Das mehrmalige Einblenden von schrägen Aussagen von Gerhard Blocher in der Sendung erinnert an die Vorgehensweise von Stefan Raab bei "TV total" auf ProSieben.
- Das Abbilden von aktuellen Zeitungsartikeln und deren Kommentare dazu sah man seit Jahren schon beim deutschen Entertainer Harald Schmidt; nur konnte Schmidt dabei witziger kommentieren.
- Gegen Schluss der Sendung sassen fünf Leute am Pult - Giacobbo, Müller und drei Gäste - und lamentierten über Themen. Dabei wurde man unweigerlich an das Satireformat "7 Tage, 7 Köpfe" auf RTL erinnert, das aber wesetlich besser und erfolgreicher funktionierte.
2. Die ungleiche Rollenverteilung von Giacobbo und Müller
Giacobbo nahm gleich zu Beginn die Rolle des Star-Satirikers ein; Müller die des Nachwuchs-Satirikers. So gerieten gleich mehrere Sketche in der Sendung lau:
- Der lauwarme Filmbeitrag, wie Müller von Giacobbo für das neue Format ausgewählt und trainiert wird.
- Der lauwarme Gag, wie Giacobbo den Wikipedia-Beitrag von Müller aufmotzt.
- Der lauwarme Gag, dass Müller in der Sendung für Giacobbo die Kaffeemaschine bedienen muss.
- Der lauwarme Gag, dass Müller während der Sendung ein Protokoll schreiben muss.
Die Gefahr besteht, dass Müller zum Stichwortgeber für Giacobbo in der Sendung verkommt. Warum haben beide nicht gleichwertige Rollen, die sich geschickt im Dialog und in Sketchen aneinander reiben?
3. Die mehrheitlich platten Witze
Natürlich ist es nicht einfach, innert weniger Tage oder Stunden aus den aktuellen Nachrichten der Woche satirische Beiträge zu formen.Aber das ist das Konzept von "Giacobbo / Müller" und an dem werden sie gemessen.
Und so ist es halt nicht witzig in der Sendung, die Börsenkrise mit Panikverkäufen von Sozialhilfeempfängern zu erklären oder sexistische Witze unter der Gürtellinie zu machen, warum die katholische Kirche die Wohnung von Dignitas nicht mieten kann, obwohl es einen Kindergarten in der Nähe hat. Oder Sodomie am Beispiel eines Bildes mit Ueli Maurer und dem Ziegenbock Zottel zu thematisieren. Ich finde, dass ist eine schwache Leistung der Gagschreiber.
Solche "Spässe", mögen sie auch Satire sein, sind einfach zu derb. Da wünsche ich mir eine feinere und geschliffenere Satire, die bei Viktor Giacobbo manchmal bei seinen spontanen Kommentaren während der Sendung sogar etwas durchblitzte.
4. Alter Sketch und sehr schwache Figur
Viktor Giacobbo hat es einfacher als Mike Müller: Seine Figuren sind bekannt und lange erprobt. Wenn er Fredi Hinz wieder auftreten lässt, dann ist das in der Regel ein recht sicherer Garant, falls der Sketch hinhaut. So gelang der Teaser-Skech aber nur teilweise; die Geschichte, dass Christoph Blocher die Teaser-Waffe an sich selber ausprobierte, ist halt schon etwas gar alt.
Mike Müller hat es schwieriger: Er muss mit neuen Figuren in der Sendung erst einmal einen Bekanntheitsgrad beim Publikum schaffen. Seine Einführung eines Albaners, der in gebrochenem Deutsch über das Schwingen redet, war aber leider bezüglich Figur und Sketch nur platt und peinlich. Da muss er noch witzigere Figuren schaffen.
5. Zu viele Gäste in der Sendung
Mitten in der Sendung - schwupps - erscheint der erste Gast: Andreas Tiehl, ein Schweizer Satiriker. Er trägt stehend gleich zu Beginn einige satirische Reime vor, die mehr oder weniger lustig sind und nimmt danach oben Platz am Pult von Giaccobbo und Müller; viel oder witziges hört man dann nicht mehr von ihm.
Schwupps, der nächste Gast: Der FDP-Nationalrat Otto Ineichen, der in der Sendung etwas über die FDP poltern darf, aber natürlich in einem noch zulässigen Rahmen.
Und dann - schwupps - noch ein Gast: Der Jungunternehmer Herbert Bay, der eine besondere Erfindung - ein Handy, wo man anhand eines geschossenen Bildes direkt Informationen aus dem Internet erhält - vorstellen darf. Dabei war Bay noch der witzigste Gast in der Sendung.
Warum so viele Gäste? Das verwirrt nur; jeder darf etwas sagen und das Gespräch plätschert dann mehr oder wenig lustig dahin. Warum nicht einfach ein Gast, bei dem Giacobbo und Müller dann auch wirklich satirisch "bohren" können?
Mein Fazit zu "Giacobbo / Müller":
Die Premiere von "Giacobbo / Müller" war enttäuschend. Es bleibt zu hoffen, dass sich das Satireformat in Zukunft noch besser profilieren und inhaltlich steigern kann.
Einzig durchwegs originell in der Sendung fand ich das englische Einmannorchester «Peter Tate and himself», der zum Schluss auch eine Zusammenfassung der Sendung vortragen durfte; ein witziger Seitenhieb auf die nervige Zusammenfassung jeweils am Schluss der Hauptausgabe der Schweizer "Tagesschau".
Wer sich selber ein Bild der Sendung machen will: "Giacobbo / Müller" kann man sich im Internet als Stream ansehen oder als Podcast downloaden, siehe hier.
Weblog: fernsehen.ch blog Aufgenommen: Feb 01, 11:42
Giacobbo / Müller - Viel Cervelat und wenig Steak
Gestern abend wurde die zweite Sendung von «Giacobbo / Müller – Late Service Public» auf SF 1 ausgestrahlt. Inhaltlich viel "Cervelat" und wenig "Steak".
Gestern abend strahlte das Schweizer Fernsehen live die zweite Sendung «G
Weblog: fernsehen.ch blog Aufgenommen: Feb 04, 15:16
Giacobbo / Müller - Inhaltlich etwas gesteigert
Am Sonntag abend wurde zum dritten Mal live die Satiresendung «Giacobbo / Müller – Late Service Public» ausgestrahlt. Etwas Steigerung war inhaltlich spürbar.
Zum dritten Mal präsentierten Victor Giacobbo und Mike Müller am Sonntag abend live ihren s
Weblog: fernsehen.ch blog Aufgenommen: Feb 11, 17:18
Seit Viktors Spätprogramm war meiner Meinung nach alles ein Flop (z.B. Punkt CH).
Giacobbo/Müller hat zwar einige gute Ansätze, doch das ganze wirkte verkrampft, die Witze waren zu gesucht und 2/3 der Gäste waren absolut überflüssig. Thiel konnte ein paar Sätze runterleiern und der "Handy"-Herr wollte wohl nur Produkt placement betrieben.
Geht lieber zurück zu den alten Figuren, macht die Sendung nur einmal im Monat (Qualität statt Quantität), kopiert nicht von TV Total und gut ist
objektiv? warum müsst ihr schweizer immer nur lamentieren? seit langem ist das wieder mal etwas, dass man sehen kann. die parodie über mörgeli war fantastisch und auch die witzige prägnante art von giacobbo ist erfrischend.
Die erste Sendung war eifach nur Scheisse! Nicht lustige Witze! Immer gegen Blocher! Und ein Sketch à la Kindergarten! Konnte keine Sekunde Lachen! War einfach nur gelangweilt! Darum schaue ich die Sendung auch gar nicht mehr!
PS: Ist es jetzt besser? Lohnt es sich das jetzt anzusehen?
Unter petertate.ch befindet sich ein Blog mit Hintergrund und Faninfos zu dem heimlichen Star der Sendung Peter Tate alias Phil Hayes. Über einen Besuch würde ich mich freuen.
(SF) Am nächsten Sonntag, 3. Februar 2008, sendet SF die zweite Ausgabe von «Giacobbo / Müller – Late Service Public». Viktor Giacobbo und Mike Müller begrüssen: Den Schweizer Schriftsteller und Kosmopoliten Martin Suter, den Fleisch-Spezialisten Ueli
Aufgenommen: Feb 01, 11:42
Gestern abend wurde die zweite Sendung von «Giacobbo / Müller – Late Service Public» auf SF 1 ausgestrahlt. Inhaltlich viel "Cervelat" und wenig "Steak". Gestern abend strahlte das Schweizer Fernsehen live die zweite Sendung «G
Aufgenommen: Feb 04, 15:16
Am Sonntag abend wurde zum dritten Mal live die Satiresendung «Giacobbo / Müller – Late Service Public» ausgestrahlt. Etwas Steigerung war inhaltlich spürbar. Zum dritten Mal präsentierten Victor Giacobbo und Mike Müller am Sonntag abend live ihren s
Aufgenommen: Feb 11, 17:18