Gestern abend wurde die zweite Sendung von «Giacobbo / Müller – Late Service Public» auf SF 1 ausgestrahlt. Inhaltlich viel "Cervelat" und wenig "Steak".

Gestern abend strahlte das Schweizer Fernsehen live die zweite Sendung «Giacobbo / Müller – Late Service Public» aus, der satirische Wochenrückblick mit
Victor Giacobbo und
Mike Müller.
Nach der enttäuschenden Premiere vom letzten Sonntag hoffte ich auf eine inhaltliche Steigerung des Formats.
Etwas Steigerung war tatsächlich drin, vieles ist aber nach wie vor verbesserungswürdig gemäss meiner Kritik, siehe
Blog vom letzten Montag.
Was ist besser geworden?
-
Mike Müller kam mehr zu Wort als in der letzten Sendung und hatte spontan einige gelungene Sprüche.
- Das
Ungleichgewicht der Rollen zwischen Victor Giacobbo und Mike Müller war nicht mehr so ausgeprägt; dieses Mal holte Giacobbo für Müller den Kaffee. Auffallend war auch, dass die beiden am Anfang nicht mehr vor den aufgestellten Laptops sassen;
die Bildschirme wurden dezenter eingesetzt, bei Giacobbo war er kaum zu sehen, bei Müller erst im Laufe der Sendung.
Was hat sich nicht verändert?
- Die
Kommentare zum Wochenrückblick
zünden immer noch nicht recht. Liegt es an den Gagschreibern? Oder schreiben diese Giacobbo und Müller selber?
-
Die Einspielfilmchen sind nach wie vor enttäuschend: Müller als chinesischer Koch, der ein Hündchen in ein Sandwich klemmt, Giacobbo als "italiensch-kauderwelsch" sprechender Finanzanalyst, Müller als armer Banker, der ein Patenkind beim Hilfswerk
Word Vision sein könnte und die beiden als einfältige Schweizer Touristen vor den Pyramiden
erzeugen halt nur müde Lacher. Schade, denn mit
witzigen und gut einstudierten Einspielfilmchen könnte man beim Publikum punkten, wenn mal ein sponanter Gag live in der Sendung nicht so hinhaut.
- Es hat
mit drei Leuten immer noch zu viele Gäste; warum nicht einfach ein Gast, so dass sich wirklich ein spannender und witziger Dialog entwicklen könnte. Zum Beispiel mit
Gerhard Blocher, falls der in die Sendung kommen würde.
- Zudem waren die
anwesenden Gäste zu wenig spannend:
Martin Suter mag ein guter Schrfitsteller sein, aber ernsthaft wie er wirkte: was sollte er in dieser Sendung lustiges sagen? Ueli Kihm mag sicher gut Bescheid wissen über Veterinärmedizin, aber trotz ein-zwei witziger Sätze war er halt doch recht trocken. Und Comedian
Claudio Zuccolini? Na ja, über seine Witze kann man sich streiten. Mir hat kaum einer in der Sendung gefallen.
- Und so war die
Diskussion und der Test mit der Gästen rund um die Haut der Cervelat halt kaum witzig. Daran konnte auch das wenig unterhaltende Live-Telefongespräch mit Roger Federer - war das tatsächlich echt? - nichts ändern.
Fazit:
Inhaltlich bietet «Giacobbo / Müller – Late Service Public» noch zuviel "Cervelat-Komik": mehr "Steak" wäre wünschenswert.
Einzig
Peter Tate war durchwegs unterhaltend, wie schon in der letzten Sendung.
Die ganze Sendung vom Sonntag oder Teile davon kann man sich
hier ansehen.
Sendetermin:
«Giacobbo / Müller – Late Service Public», jeden Sonntag live um 22.10 Uhr auf SF 1.
Bilder: Fotos «Giacobbo / Müller – Late Service Public»: Copyright SF/Heinz Stucki und Foto Cervelat: Tethys, Wikipedia
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