Am Sonntag abend flimmerte die vierte Ausgabe von «Giacobbo / Müller – Late Service Public» über den Bildschirm des Schweizer Fernsehens. Die Gäste versuchten dabei, witziger zu sein als die Moderatoren.
Zum
vierten Mal kommentieren
Victor Giacobbo und
Mike Müller das aktuelle Wochengeschehen
live in ihrer Satiresendung «Giacobbo / Müller – Late Service Public» und zum vierte Mal blogge ich darüber. Ja, ich bleibe dran.
Was fällt bei der aktuellen Sendung auf?

Die
Kommentare am Anfang zum Wochenrückblick zünden nach wie vor nur teilweise; so fielen beispielsweise die Kommentare zum Kunstraub in Zürich und den Fluchtgeldern in Liechtenstein
schwach aus.
Auch der Vergleich, dass Lärm auch schön machen kann, weil zwei Mister Schweiz-Kandidaten aus Kloten bzw. Opfikon stammen, bringt nur
ein müdes Lächeln hervor. Der Witz mit den Pavian-Fotos zum Valentinstag
war flach und die nun schon in mehreren Sendungen vorgebrachten Witze über katholische Priester und Pädophilie
sind ermüdend; das Thema - eh nicht unproblematisch - ist
ausgereizt.
«Peter Tate and himself» musste "krankheitshalber" in dieser Sedung weichen. Wieso? Vielleicht damit die beiden
«Stiller Has»-Mitgliedern
Endo Anaconda und René "Schifer" Schafer ihren musikalischen Auftritt haben konnten? Nun gut, die Schaltung an sein Krankenbett plus den üblichen Schlusskommentar
"enschädigte" seine Abwesenheit im Studio.
Zu den Einspielungen:
Der Sketch mit den beiden Schweizer Touristen als Deppen in Thailand war
nervig und platt. Diese beiden Figuren sollten Giacobbo und Müller
aus ihren Programm streichen, siehe auch mein
Blog vom letzten Montag.
Gelungen war hingegen der Sketch mit Dr. Klöti; hier hat Giacobbo auf eine seiner bewährten Figuren zurückgegriffen.
Zu den Gästen:

Wie schon in der letzten Sendung wurden nur zwei Gäste zum Talk eingeladen; besser zwei als drei, aber
ich denke nach wie vor, ein Gast wäre ausreichend. Denn es zeigte sich auch in dieser Sendung:
Die
Sendezeit ist für mehrere Gäste zu kurz und der Talk lief durchwegs zwischen Victor Giacobbo und dem SVP-Politiker
Oskar Freysinger; Endo Anaconda
konnte sich nur einbringen, wenn er sich direkt in das Gespräch einmischte. Sonst durfte er am Schluss nur noch eine obligate PR-Frage beantworten: "Gibt es eine neue CD?"
Der
Glanzpunkt war zweifellos der
Talk zwischen Giacobbo und Freysinger samt dem
witzigen Dialog zwischen Fabian Unteregger als Christoph Mörgeli und Freysinger wegen dem "Mengele"-Ausrutscher von Bundesrat Couchepin. BeimTalk zeigte sich auch
die Stärke von Mike Müller, der als "Protokollschreiber" mit einem
guten Gefühl für Timing witzige Bemerkungen einbrachte und so seinen Kollegen Giacobbo unterstützte und ergänzte.
Die Gäste wollen witziger sein
Eine
Chance, die nun zur Problematik werden könnte, wurde in dieser und auch schon in der letzten Sendung sichtbar: Die
Gäste sind
vorbereitet und versuchen, witziger zu sein als die Moderatoren und mit Pointen in der Sendung zu punkten.
Das macht zwar den Talk unterhaltsamer, ist aber
nicht unproblematisch für Giacobbo und Müller, denn so stehen sie
in Gefahr, dass ihnen ein Stück weit das Heft der Sendungsleitung aus der Hand genommen wird und missglückte Pointen, wie beispielsweise von Freysinger, zuviel Raum bekommen.
So wirkte Giacobbos Entgegnung mit der Entlöhung von 50 Schweizer Franken auf eine Pointe von Freysinger etwas gar hilflos. Vielleicht ist das
halt der Preis, den die beiden Moderatoren bezahlen müssen, wenn sie Gäste einladen, die es gewohnt sind, öffentlich aufzutreten und zu kommunizieren.
Ich bin gespannt, wie sie mit dieser Problematik in den nächsten Sendungen umgehen werden.
Nächster Sendetermin:
«Giacobbo / Müller – Late Service Public», Sonntag 24. Feb 22:15 - 23:00 Uhr, SF 1
Fotos: Copyright SF/Heinz Stucki
Die Satiresendung «Giacobbo / Müller – Late Service Public» vom letzten Sonntag auf SF 1 legte an Tempo zu; leider waren die Gäste recht langweilig. Zum fünften Mal kommentieren Victor Giacobbo und Mike Müller letzten Sonntag abend das aktuelle Woch
Aufgenommen: Feb 27, 17:00